Hinter den in den Raum gezeichneten Worten, in der Schwingung des Körpers, zeigen sich Christians unerschütterliche Lebensfreude und sein unbändiges Bedürfnis nach Kommunikation.
In der Verknüpfung von drei parallelen Geschichten über die Gebärdensprache, Christian und die Entstehung des Stücks versteht sich Mon Frère als politischer, künstlerischer und liebevoller Akt. François Gremaud erteilt seinem Bruder das Wort, der, von Geburt an taub, in einer lauten, abweisenden Welt aufwuchs. Doch es geht hier nicht nur um Taubheit, sondern auch um Christians unvergleichliche Widerstandskraft und die Kunst, trotz aller Erniedrigungen Haltung zu bewahren. Seine Lebhaftigkeit, sein Humor, sein Verlangen nach Verbundenheit und Gerechtigkeit machen besonders betroffen. In diesen unsicheren Zeiten erinnert das Stück daran, dass es möglich ist, Widerstand zu leisten und gemeinsam zu handeln.